Erfahrungen und Erlebnisse in anderen Ländern

Geschichten eines PT (Permanent Tourist) Teil I

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In dem eBook "Abenteuer Leben" erzählt Steven B. Kroog vier (zum Teil sehr persönliche) Kurzgeschichten aus seinem Leben.

Die erste Geschichte berichtet von seiner Begegnung mit einem Schamanen in Zentralamerika. Einem Mann der Menschen zur Genesung und manches Mal zur vollkommenen Heilung verhilft - und das teilweise mit Methoden, die für rationale, westliche Menschen kaum nachvollziehbar sind. Eine Begegnung mit einem außergewöhlichen und faszinierenden Menschen, die sicher nicht so sehr viele Menschen gemacht haben.

Insel

Die zweite Kurzgeschichte "Die kaputte Fernbedienung" ist eine (humorvolle) Kurzgeschichte über Handwerker in Zentralamerika. Für Menschen aus den USA und Europa sind die Geschäftspraktiken mancher Handwerker in Ländern der südlichen Hemisphäre ziemlich gewöhnungsbedürftig. Die Geschichte ist humorvoll geschildert, aber in der Realität kann so etwas ganz schön Nerven kosten! Sollten Sie eine Auswanderung in südliche Gefilde planen, können Sie sich anhand dieser Geschichte schon mal mit einigen Gegebenheiten vertraut machen.

Meer

Der dritte Titel "Sungvian - Ein Tag im Leben eines thailändischen Barmädchens" ist in einem neutralen Ton geschrieben und basiert auf den langjährigen Erfahrungen des Autors in Thailand.

Die vierte Kurzgeschichte "Mexico City - Schön aber auch brutal" ist ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht des Autors.

Strand

Hier nun Auszüge aus zwei Geschichten aus dem eBook "Abenteuer Leben".

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Begegnung mit einem Schamanen

Costa Rica, Zentralamerika. Am Rande der Straße von San Jose nach Puerto Limon an der Atlantikküste sitzen wir vor einer Hütte, zusammengezimmert aus Wellblech und Holz. Auch wenn der große Baum Schatten spendet, die feuchte Hitze nimmt einem fast die Luft zum Atmen. Der Schweiß läuft mir nur so am Nacken herunter, obwohl ich mich überhaupt nicht bewege. Wir scheinen einen der heißesten Tage erwischt zu haben. Nicht ein Lüftchen weht. Der Baum, unter dem wir sitzen, steht starr, kein Blatt bewegt sich. Endlich sitze ich ihm wieder gegenüber. Unter seinem Panamahut fällt ein leichtes Lächeln hervor. Er ist klein, sehr dunkel, hat dieses typische, etwas breitere Gesicht der Indios. Indio sagt man heute - angeblich - nicht mehr. Zeitgemäß heißt es Indígena, übersetzt Eingeborene(r). Die Ähnlichkeit dieser Menschen mit den Tibetern, die in einem weit entfernten Erdteil leben, ist für mich immer wieder verblüffend. Das blaue Hemd hat er bis oben hin zugeknöpft, die graue Stoffhose hat auch schon ihre beste Zeit hinter sich. Schuhe trägt er nicht, nur diese Badelatschen. Zwei Ringe, von mehreren, an seinen Händen fallen mir so sehr ins Auge, dass ich immer wieder darauf starre. Sie sind aus Silber wie alle, aber der an der rechten Hand hat einen auffälligen blauen, und der an der linken, einen roten Stein. Don Roberto, der Schamane. Woher das Wort Schamane stammt, wusste ich bis dahin auch nicht. Ich hatte es öfter gehört und gelesen. Inzwischen ist es auch in den Industrienationen zu einem Synonym für Zauberer bei Naturvölkern, oder eher noch indianische Heiler und Seher geworden. Noah Gordons Bestseller ‘ Der Schamane ‘ und andere Bücher haben in den letzten Jahren dazubeigetragen. Dabei kommt das Wort ‘Schamane’ aus Zentralasien und Sibirien, genauer gesagt aus dem mandschu-tungusischen Wortschatz. Das ursprünglich tungusische Wort saman kommt aus dem Wort ‘scha = Wissen’. Ein Schamane ist also ein Wissender. In einigen Publikationen findet sich der Hinweis, dass das Wort Schamane mongolischen Ursprungs ist. Ob nun Sibirien, Zentralasien generell oder dort die Mongolei, ich war überrascht, dass das Wort Schamane aus einer ganzen anderen Region der Welt stammt. Das erste Mal hatte ich von ihm vor sechs Monaten gehört. Ich saß mit Alex, einem Freund, in einer Soda - eine einfache Kneipe -, etwas außerhalb von Alajuela, der zweitgrößten Stadt Costa Ricas. Er sah nicht gut aus. Seit zehn Tagen hatte er einen fürchterlichen Ausschlag am Hals. Der Arzt hatte ihm nur Antibiotika gegeben...

Palmen

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Sungvian

Es ist 18:30 Uhr. Die Sonne ist untergegangen. Die grell leuchtenden, bunten Lichtreklamen flackern. Eine der zahllosen Bars im südlichen Teil des Badeortes Pattaya in Thailand. Sungvian nimmt ihren Platz hinter der Theke ein. Langsam beginnen sich die Straßen zu füllen mit Touristen, auf der Suche nach dem Abenteuer der Nacht, und mit Frauen, die für die Männer das Abenteuer repräsentieren. Für diese Frauen ist es aber kein Abenteuer, sondern Broterwerb. Häufig die einzige Möglichkeit zu überleben. Sie hat zu viel Schminke aufgetragen, aber anders kann sie ihre dunklen Augenränder nicht verbergen. Seit fünf Jahren arbeitet die Mutter von drei Kindern hier. Sie ist ein bisschen erschöpft. Im Gegensatz zu den meisten ihrer Kolleginnen hat sie nicht bis in den späten Nachmittag schlafen können. Heute morgen um sechs Uhr früh ist sie raus, hat ihre drei Kinder geweckt, ihnen etwas Reis mit Fisch zum Frühstück gemacht. Zwei Stunden nur hatte sie geschlafen. Sie war müde, kaputt, fühlte sich leer und ausgebrannt. Unmittelbar nachdem die Kinder zum Schulbus gegangen waren, hatte sie sich erneut hingelegt und war sofort wieder in den Schlaf gefallen. Andere Mütter in ihrer Situation nehmen sich eine Frau oder ein junges Mädchen, das sich um die Kinder kümmert. Sungvian hat zwar auch eine solche Frau, aber die kommt erst am späten Nachmittag und bleibt bei den Kindern, bis Sungvian spät in der Nacht oder erst am frühen Morgen wieder nach Hause kommt. Das Frühstück mit den Kindern will sie sich nicht nehmen lassen. Sie hat so schon zu wenig Zeit sich um ihre Kinder zu kümmern, hat Schuldgefühle deswegen. Sie liebt ihre Kinder, wie wohl jede Mutter, und hofft, dass es irgendwann mal wieder anders sein wird.Ihre Geschichte gleicht der anderer Frauen in Pattaya. Sie lebt in einem kleinen Dorf, zwölf Kilometer entfernt. Ursprünglich kommt sie aus dem Norden Thailands vom Land. Mit ihrem Mann ging sie zunächst nach Bangkok. Dort wurden auch ihre ersten beiden Kinder geboren, in einem der zahlreichen, namenlosen Elendsviertel, die man auch Slums nennt. Auf der Suche nach einem besseren Umfeld für ihre Kinder landeten sie in dem kleinen Dorf bei Pattaya. In Pattaya fand ihr Mann eine Arbeit als Wächter in einem Hotel. Lange ging es nicht gut. Ihr Mann trank zu viel, nahm sich junge Mädchen, und eines Tages verschwand er einfach. Zurück zu ihren Eltern konnte sie unmöglich, mit drei Kindern. Sie sind arme Bauern, die es gerade schaffen sich selbst zu ernähren. Ein soziales Netz, wie in Deutschland, gibt es nicht.... Ende der Leseprobe

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Über den Autor: Steven B. Kroog ist das Pseudonym eines PT.
PT steht für Perpetual Traveler oder Permanent Tourist, für einen Menschen der immer unterwegs ist.

Vielleicht haben Ihnen die Auszüge gefallen und Sie möchten gerne alles lesen. Dann besuchen Sie Xinxii. Das eBook "Abenteuer Leben" gibt es in drei Dateiformaten: EPUB, MOBI und PDF. Kosten - unabhängig welches Format Sie auswählen - EUR 1,99.

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