"Alternativmedizin"

Hier ein kurzer Blick auf die Oberbegriffe der alternativen/komplementären Therapien und Verfahren, hinter denen sich meist zahlreiche Behandlungsformen verbergen.

Alle folgenden Link sind externe Links und führen bis auf zwei zu  Wikipedia. Die Information auf den einzelnen Themenseiten von Wikipedia sind auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Aber sie können Ihnen einen ersten Eindruck vermitteln, wenn Sie das Thema noch nicht kennen. Außerdem enthalten die Seiten dort meist Links zu weiteren Hintergrundinformationen zum jeweiligen Thema, die hilfreich sein können.

Homöopathie
Traditionelle chinesische Medizin (nicht nur Akupunktur) 
Ernährung/Diäten
Physikalische Therapien
Psychotherapien

Orthomolekulare Medizin
Dies nur als ein Beispiel bei dem ich mit der Meinung des Wikipedia Artikels meine Probleme habe. Die Darstellung der Orthomolekularen Medizin ist sehr einseitig. Es gibt durchaus wissenschaftliche Erkenntnisse in der Zwischenzeit. Begründer der modernen Orthomolekularen Medizin ist Linus Pauling. Er wendete die von ihm propagierten Methoden selbst an. Und er wurde 93 Jahre alt! Man kann nun darüber streiten, ob die Vitamine dazu beigetragen haben oder nicht. Er würde es aber wohl mit Sicherheit so sehen, dass sie es getan haben. Linus Pauling ist auch Gründer des nach ihm benannten Linus Pauling Institute an der Oregon State University. Dort finden Sie u.a. auch umfangreiche Empfehlungen (in Englisch) zu Vitaminen usw. bei bestimmten Krankheiten.

Stressmanagment (Stress ist ein nicht zu unterschätzender Faktor bei Krankheiten)
Körper, Geist und Seele in Einklang bringen durch ganzheitliche Übungsmethoden 
Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
Ayurveda
Feinstoffliche Therapien
Manuelle Therapien
Geistiges Heilen

Fall Sie interessiert sind, in der Kategorie Alternativmedizin bei Wikipedia sind Artikel über medizinische Diagnose- und Behandlungsverfahren aufgelistet, welche keine Bestätigung im Rahmen der wissenschaftlich begründeten Medizin gefunden haben.

fraunachdenkend
Warum gibt es nun keine Studien oder nur sehr wenige für alternative/komplementäre Behandlungen? Zum einen geht es um Geld. Umfangreiche Studien kosten viel Geld und erfordern eine umfassende Organisation.

Im Bereich der alternativen/komplementären Therapien gibt es viele sehr verschiedene Ansätze und auch einige Verbände – aber keine Konzerne wie in der Pharmaindustrie.
Diese Verbände oder Interessengruppen verfügen in der Regel nicht über die Mittel (und manchmal auch nicht die Einigkeit) um wirklich umfassendere Studien durchzuführen.

Aber das eigentliche Manko ist der ganzheitliche Ansatz der meisten alternativen/ komplementären Therapien, der Studien im herkömmlichen Sinn fast unmöglich macht, da immer auf die individuelle Situation des Patienten eingegangen wird. In dieser Form findet das in Studien für konventionelle Behandlungen nicht statt.

Alternative/komplementäre Therapien werden daher von der Schulmedizin oft mit dem Hinweis auf „wissenschaftlich nicht belegt“ abgetan. Leider ist das „wissenschaftlich belegt“ bei der Schulmedizin auch nicht immer der Fall, siehe Wissenschaftlichkeit  – und traurigerweise wird hier anscheinend oft mit zweierlei Maß gemessen. Es ist auch bekannt, dass Studien der konventionellen Medizin mit negativen Ergebnissen oft nicht publiziert werden. Der Einfluss der Pharmaindustrie dürfte hier auch eine gewisse Rolle spielen.

arztmitlupe
Ich denke, man darf auch fragen, ist „wissenschaftlich belegt“ alles worauf es ankommt?
Als Beispiel nehme ich an dieser Stelle die Homöopathie. Es gibt viele Menschen, die sehr gute Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben und darauf schwören. Aber natürlich gibt es auch Menschen, bei denen die Homöopathie keine Verbesserung brachte.

Vielleicht werden wir in der Zukunft lernen, das eine oder andere zu verstehen. Oder es finden sich wissenschaftliche Beweise für die eine oder andere alternative Therapie. Wer weiß das heute schon?

Die Taoisten sagen: „Das einzige, was sich nicht verändert, ist die Veränderung.“ Früher dachte man die Erde sei eine Scheibe. Das war ein Dogma. Und was ist davon geblieben? Nichts, weil die Erde halt rund ist!

Ein Teil der Schulmediziner verweist im Zusammenhang mit erfolgreichen komplementären Therapien auch gern auf den Placebo Effekt. Das heißt, nicht die Therapie oder Anwendung bringt den Erfolg, sondern der Anwender und/oder Patient glauben an den Erfolg – und dann tritt er eben dadurch ein (im Erfolgsfall). 


arzt
Die Kritiker aus der Schulmedizin vergessen dabei aber, dass es diesen Effekt auch in der Schulmedizin gibt. Denn es ist auch erwiesen, dass ein Arzt, der das absolute Vertrauen seines Patienten hat, schon einen Placebo Effekt hervorrufen kann. Und das gilt natürlich auch für alternative oder komplementäre Anwender. Insofern frage ich mich, was ist eigentlich so schlecht am Placebo Effekt, wenn er hilft? Für die naturwissenschaftliche Medizin ist das natürlich ein Problem, da dieser Effekt nicht immer unter den gleichen Bedingungen wiederholbar ist - und damit nicht wissenschaftlich beweisbar ist. Dem kranken Menschen wird es ziemlich egal sein, was ihm letztendlich hilft. Für ihn zählt gesund zu werden - wie auch immer -  und sonst nichts.

Hierzu noch einen Verweis auf einen Artikel beim Forum-Gesundheitspolitik: Der Placebo-Effekt in der Medizin: Studien der Hirnforschung zeigen neurologische Mechanismen der Patientenerwartung

Aber wieder zurück zur sogenannten „Alternativmedizin".

Vorteil vieler (aber längst nicht aller!) alternativen oder komplementären Therapien und Verfahren ist, dass sie meist keine (schweren) Nebenwirkungen haben. Aber Vorsicht!!!  

fraunachdenklich
Es gibt leider eine übergroße Anzahl falscher Heilversprechen sowie unseriöse Anbieter, die nur eines im Kopf haben.

Und das ist, wie sie am schnellsten an das Geld anderer Leute kommen können. Es ist traurig aber wahr, dass es Menschen gibt, die die Krankheiten anderer ausnutzen, um damit (teilweise sogar viel) Geld zu verdienen. Aber auch in diesem Bereich ist es eben so, wie in allen anderen Bereichen des Lebens.
 
So wie es bei Anbietern von Kapitalanlagen, Immobilien, Autos (und so weiter und so fort) schwarze Schafe gibt, gibt es die auch im Bereich der alternativen Therapien. Hier wird meist mit falschen Heilversprechen operiert.

Fakt ist aber auch, dass vieles schon vielen Menschen geholfen hat. Wenn es nicht so wäre, würde kein Mensch mehr davon sprechen. Auf der anderen Seite geht es nun aber auch nicht darum möglichst viele verschiedene alternative oder komplementäre Behandlungen zusätzlich zur konventionellen medizinischen Behandlung auszuprobieren. Auch der Verzicht auf eine konventionelle medizinische Behandlung und das „sich Verlassen“ auf eine alternative Methode ist (insbesondere) bei schweren oder chronischen Krankheiten bestimmt nicht der richtige Weg. 

Ein sehr gutes Beispiel in diesem Zusammenhang ist der bekannte britische Heiler Matthew Manning. In seinem Buch "The Healing Journey" schreibt er auch sehr detailliert über die Krebserkrankung seiner Frau. Obwohl er als Geistheiler einen sehr guten Ruf hat, verließ er sich nicht (allein) auf seine Fähigkeiten als Heiler. Zusammen mit seiner Frau suchte er Fachärzte und Kliniken auf, um die bestmögliche Behandlung für sie zu bekommen. Letztlich entschieden sie sich für eine Mischung aus konventioneller, schulmedizinischer Behandlung und komplementärer Anwendungen, natürlich inklusive seiner Art der Geistheilung. Matthew Manning hatte auch zuvor nie behauptet, er allein könne einen Menschen heilen. Im Gegenteil, er hat seine Tätigkeit immer nur als eine Ergänzung zu konventionellen und komplementären Therapien gesehen.

frau_nachdenken
Welche ergänzende Therapie oder Anwendung für Sie hilfreich sein kann, können nur Sie entscheiden. Vielleicht haben Sie einen Arzt, der Ihnen das eine oder andere Verfahren empfiehlt. Letztlich liegt die Entscheidung aber immer bei Ihnen.

Informieren Sie sich zunächst, denn es geht um Sie und Ihr Leben. Schauen Sie sich an was es gibt – und vertrauen Sie Ihrer inneren Stimme, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Bedenken Sie aber bitte folgendes, wenn Sie eine komplementäre Behandlung in Erwägung ziehen: Eine Behandlung mit Naturheilverfahren oder anderen komplementären Therapien erfordert häufig die Mitarbeit des Patienten. Aber oft wünschen sich Patienten eine schnelle Lösung mithilfe des Arztes. Komplementäre Therapien erfordern meist Zeit und manchmal auch Mitarbeit – und bringen nur selten schnelle Lösungen. Chronische Krankheiten entstehen aber in der Regel nicht von heute auf morgen, bis auf die berühmten Ausnahmen. Und logischerweise können sie meist auch nicht von heute auf morgen mithilfe einer schnellen Lösung wieder „weg gemacht“ werden.